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Mehr als Gesten der Gewalt

Posted on: September 28, 2007

Ein Artikel aus der Jüdischen Zeitung von Gideon Ancel zum Phänomen Bushido, der zwar etwas daran leidet das er die Form des Battles im Hip Hop nicht zu erfassen vermag und dementsprechend auch keine Kritik an diesem entwickelt, sondern alles gesagte für bare Münze nimmt. Ganz so falsch liegt er aber auch nicht alles Geäußerte wörtlich zu nehmen, scheint doch darin auch die dahinterstehende Ideologie des Sprechers klar auf. Der Bad Blog berichtet hier über aktuelle Nationalsozialismus Bezüge im deutschen Rap und hat vor einiger Zeit sich auch schonmal des Gesabbels von Bushido angenommen (1,2). In seinem Urteil etwas voreilig und ungenau, sowie die nötige Trennschärfe bei Differenzen im deutschen Hip Hop nicht immer aufweisend, aber trotzdem lesenswert.

Mehr als Gesten der Gewalt
Im Internet oder beim Konzert: Klarer Hass in der deutschen Rapszene gegen Juden, Homosexuelle und sich selbst

Auf dem muskulösen Unterarm eines Typen im Einzelkämpfer-Look ist mit martialischen Buchstaben «Berlin» zu lesen. Das haushohe Werbebanner wirft seine Botschaft in den verkehrsreichen Straßenalltag der Stadt. Erst aus der Distanz wird deutlicher, wer der abgebildete Mann in unmittelbarer Nähe zum Berliner Bahnhof «Zoologischer Garten» ist. Das Konterfei des Musikers Bushido soll anscheinend eine Werbebotschaft für «Berlin» sein. Und für sich selbst und sein neues Hip-Hop-Album natürlich auch. Doch der Schein trügt gewaltig, als ginge es dem 28-jährigen Abgebildeten auch darum, den guten Geist der Tourismusbranche für die Stadt zu markieren.

Die massenwirksam aufgehübschte Gewaltgeste auf dem übermenschlich großen Werbetransparent steht imgrunde für eine Blaupause menschenverachtender Gewaltbereitschaft. Doch diese Geste – nämlich jederzeit bereit zu sein, zuzuschlagen und loszulegen gegen wen auch immer – ist im Kontext jener eindeutigen Hasstiraden, die Bushido in den letzten Wochen und Jahren insbesondere gegen Homosexuelle, gegen Juden, gegen Frauen und Rapper-Kollegen vom Stapel gelassen hat, längst erschreckende deutsche Wirklichkeit geworden. Es reicht in diesem Zusammenhang freilich nicht aus, einen einzelnen Rapper kritisch aufs Korn zu nehmen, wie es nach Bushidos jüngstem Open-Air-Auftritt vor Tausenden jugendlicher Fans am Brandenburger Tor in den Medien bundesweit geschah. Im Rahmen des Events «Schau nicht weg» gegen Gewalt an Schulen, war Bushido dort live aufgetreten.

Schon vor dem Auftritt und in der Nachberichterstattung hatte der rappende Deutsch-Tunesier von der Presse sein Fett wegbekommen. Er wird mittlerweile als rechter «Rüpel-Rapper» beschrieben. Wobei Bushido noch eine vergleichsweise «moderate» und kommerzgeschulte Vorgehensweise gegen die Objekte seiner Wut an den Tag legt. Die Hoffnung jedenfalls, dass er diesmal doch den gutherzigen Künstler, der für Frieden an der Schule sei, mimen sollte, wie es die Eventveranstalter vielleicht erhofft hatten, erwies sich, wie im Grunde zu erwarten, als Makulatur. Solange Rapper wie Bushido, Massiv, Azad oder Bözemann von erwachsenen Erziehungsberechtigten lediglich als «große, böse Kinder» abgeklatscht werden (so gehört beim «Schau nicht weg»-Event), solange muss man besorgt sein.

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1 Response to "Mehr als Gesten der Gewalt"

[…] my german rap music posts (part 1 & part 2, background informations about german rap here & here), not focusing on the very first days of hip hop in Germany, but more on the hip hop of the second […]

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